Lucifer nails the Book of Truth

Natürlich, in Anlehnung an John Miltons Version des gefallenen Engels, aus „Das verlorene Paradies„, vernagelt hier Luzifer das große, wenn auch nur das rein fiktive „Buch der Wahrheiten“.  Aber diese endlosen, zügellosen Wahrheiten, finden ihren Weg, hinaus aus der Zensur, und auch aus dem  gegeißeltem Buch heraus. Hier nun, ein paar frühe Eindrücke.

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Hexenzank

Hexenzank (n. Goyas Capricho \"Wer würde das glauben\")
Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 4590
Format: 1000 x 700 mm
März 2010

Quelle: www.variationenzugoya.info

In dieser gezeichneten Variation, zu einer der düstersten Radierungen Goyas sind zwei Hexen, über einem mit Dämonen bevölkerten Abgrund, im erbitterten Streit.

Die zeitgenössischen Kommentare bieten keine letztendliche Aufschlüsselung der Szene. Manche mochten in diesem Thema eine Anspielung auf eine obszöne Handlung erkennen. Der im Prado hierzu vorliegende Kommentar vermerkt dagegen allerdings folgendes: „Ein grausamer Streit darüber, wer von den beiden die größere Hexe ist. Wer würde glauben, dass sie so erbittert zanken: Die Freundschaft ist eine Tochter der Tugend: die Bösewichter können wohl Spießgesellen sein, aber keine Freunde“.

Heute sieht man darin eine Anspielung auf die Streitigkeiten der Mächtigen, die mit ihren Intrigen und Eifersüchteleien so beschäftigt sind, dass sie ihren unaufhaltsamen Fall nicht bemerken. Ein Kommentar Goyas auf dem entsprechenden Entwurf zu dieser Radierung scheint diese These zu stützen: „Aus dem höchsten Flug stürzen die hochmütigen Hexen herab.“

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Der Kerker

Der Kerker (nach Goyas Capricho No. 32)
Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 4628
Format: 500 x 350 mm
August 2010

Quelle: www.variationenzugoya.info

Die thematische Umsetzung dieser Goya Grafik, aus der 80teiligen Radierreihe der Caprichos, zählt mit zu den einfühlsamsten und gleichsam eindringlichsten Arbeiten des Spaniers und widmet ganz offensichtlich der Einsamkeit sowie dem Leid junger Frauen, welche, wenn nicht gleich auf dem Scheiterhaufen verbrannt, für immer in den Kerkern der spanischen Inquisition verschwanden.

In Spanien, des 18. Jhd., war für eine Frau eine voreheliche Schwangerschaft oder außereheliche Liebelei, gar lebensgefährlich.

Unter diesem religiösem Totalitarismus ersonnen aber auch verschmähte Freier oder neidvolle Konkurrentinnen schnell Gerüchte um eine vermeintliche Hexe, unterstellten ihr Seelenverwandtschaft zu heidnischen Okultismen oder bezichtigten sie gar der Judaisierung – um sich an ihr zu rächen oder um sie einfach nur aus dem Weg zu räumen.

Nach der Verhaftung, durch die Schergen der katholischen Kirche, wurden jene Unglücklichen einer sogenannten „peinlichen Befragung “ unterzogen. Unter qualvollsten Schmerzen erpresst, gestanden alle Inhaftierten ihre sogenannten Vergehen.

Goyas größtes Verdienst, als „Freidenker“ und „Aufklärer“, liegt vor allem darin, dass er einer der ersten war, der dem religiösem Fanatismus und dessen sinnleerer Willkür, künstlerisch-bildnerisch etwas Tiefgreifendes und Bleibendes entgegen zu setzen wusste.

Zweihundert Jahre nach Goyas Caprichos ist die spanische Inquisition zwar längst Vergangenheit – dennoch ist der Fundamentalismus auch weiterhin, das an sich gewichtigste Krebsgeschwür im Sinne der Aufklärung und Humanismus, noch immer nicht überwunden.

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