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Der Rabe – E.A. Poe

Ich darfzugeben, dass Edgar Allan Poe zu meinen absoluten Lieblingsschriftstellern gehört. Ich glaube, ich habe so gut wie alles von ihm gelesen – und natürlich gehört „Der Rabe“ – „The Raven“ zu seinen wichtigsten und bekanntesten, erzählerischen Dichtungen. Der große schwarze Vogel gilt, seit Poe, als Sinnbild trauervoller, nie endender Erinnerungen. Poes Erzählungen prägen darüber hinaus aber auch entscheidend die Gattung der Kurzgeschichte, erschuf neue Genres in der Literatur, wie den Horror, das Schauermärchen (ä.w. E.T.A. Hoffmann) den Suspense Effekt. Dennoch sind Poes Erzählungen stets so subtil, dass jeder Versuch, und davon gab es wirklich reichlich nach seinem Tod, diese Kino gerecht umzusetzen, stets scheiterten – welche in jeder Hinsicht stets zu flach, zu plakativ waren und den Kern der Erzählung nur anschneiden konnten. Und da half dann auch kein Vincent Price, in der Hauptrolle.

Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5303
Format: 700 x 355 mm
Juli 2022

Mitternacht umgab mich schaurig, als ich einsam, trüb und traurig, Sinnend saß und las von mancher längstverklung’nen Mähr’ und Lehr’ – Als ich schon mit matten Blicken im Begriff, in Schlaf zu nicken, [4] Hörte plötzlich ich ein Ticken an die Zimmerthüre her; 5 „Ein Besuch wohl noch,“ so dacht’ ich, „den der Zufall führet her – Ein Besuch und sonst Nichts mehr.“ Wohl hab’ ich’s im Sinn behalten, im Dezember war’s, im kalten, Und gespenstige Gestalten warf des Feuers Schein umher. Sehnlich wünscht’ ich mir den Morgen, keine Lind’rung war zu borgen 10 Aus den Büchern für die Sorgen – für die Sorgen tief und schwer Um die Sel’ge, die Lenoren nennt der Engel heilig Heer – Hier, ach, nennt sie Niemand mehr!