





„Für immer ist nichts ewig“ formuliert die Einsicht, dass die Dauer von Zeit, die Dauer eines Momentes, eines Tages, meist einer subjektiven Wahrnehmung unterliegt, nicht jedoch eine objektive Eigenschaft der Wirklichkeit ist.
Der Ausdruck „für immer“ entstammt menschlicher Erfahrung. Er beschreibt emotionale Intensität oder den Wunsch nach Beständigkeit. „Ewig“ hingegen wäre ein Zustand außerhalb von Zeit und Veränderung. Ein solcher Zustand findet sich jedoch in der erfahrbaren Welt nicht. Alles Existierende unterliegt Wandel: Materie, Lebewesen, Beziehungen, Gedanken, gesellschaftliche Ordnungen. Selbst scheinbar stabile Strukturen sind Prozesse über längere Zeiträume. Beständigkeit ist daher relativ, nicht absolut.
Philosophisch betrachtet ist Vergänglichkeit kein Mangel, sondern eine Grundbedingung von Realität. Veränderung ermöglicht Entwicklung, Erfahrung und Bedeutung. Ohne zeitliche Begrenzung gäbe es keine Dringlichkeit, keine Entscheidung und keine Bewertung von Momenten.
Der Bildtitel bringt somit eine ontologische Aussage zum Ausdruck:
Alles, was als dauerhaft erscheint, ist Teil eines fortlaufenden Prozesses und daher nicht ewig im strengen Sinn. Vergänglichkeit ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5469
Format: 300 x 300 mm
Januar 2026
Views: 37
