Galerie Lorke – Trier

Galerie Lorke - TrierAusstellung in Trier – Andreas Noßmann

In die Welt der Manege führt die Auswahl von Zeichnungen Andreas Noßmann, die bis Ende des Monats im Kunst-Kabinett Trier (Simeonstraße) zu sehen , ist. Aber die Gaukler, Clowns und Liliputaner des 28jährigen, in Ennepetal/Nordrhein-Westfalen lebenden Künstlers sind eher Symbolfiguren für die menschliche Gesellschaft überhaupt; sie fügen sich damit in die Tradition der Stellvertreter Rolle ein, die „Zirkus“ oder „Theater „schon so, oft in der Kunst‘- bei Picassos melancholischem Artisten zum Beispiel – zugemessen worden ist.

Was für ein Zirkus! könnte man hier gleich in mehrfacher Beziehung sagen; denn Noßmanns Figuren und Szenen sind Ausgeburten einer zutiefst barbarischen Welt, in der Häßlichkeit und Gemeinheit, Betrug und Schaumschlägerei grassieren. Keine Illustrationen dieser oder jener Art also, – sondern von interpretatorischem Drang beseelte. Demaskierungen, die alles andere als Ebenbilder Gottes enthüllen und auf den Graphiker Goya als Urahn verweisen: Der sah die Welt in genau so bösem, Verschrobenheiten und Abgründe erhellendem Licht.

Die Eintönigkeit der Strophen des Liedes – „Es ist alles so maßlos gräßlich“ mag nerven – als Zeichner ist Andreas Noßmann eine Entdeckung: in der Komposition von Bildräumen mit Hintergrund, in der Aufladung seiner fein strukturierten Strichgefüge mit Ausdruck – da erscheint kein skurriles Gestrichel als überflüssige Formzutat, und dem körperformenden, sich dem Graphischen unterordnenden Einsatz der Farben. Andreas Noßmann braucht schon heute den Vergleich mit markanten Zeichnern wie Horst Janssen nicht zu scheuen

Trier 1990

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