Leichtfüßig, übermütig und hintergründig

Die Galerie Krisnik in Eggingen zeigt ab heute Arbeiten von Andreas Noßmann
– Zeichnungen voll hintergründiger Ironie Sieht man von dem verstorbenen, fast schon legendären Horst Janssen ab, ist die Kunstszene relativ schwach bestückt mit herausragenden Zeichnern. 

Leichtfüßig, übermütig und hintergründigEin solcher ist Andreas Noßmann – Zeichnungen und Radierungen von ihm sind ab dem heutigen Samstag in der Galerie Krisnik in Eggingen zu sehen. Bereits vor Jahren staunte das interessierte Publikum nicht schlecht, als in der Galerie Krisnik Zeichnungen von Andreas Noßmann zu sehen waren – neidvoll hat damals wohl der eine oder andere ambitionierte Kunstschaffende sich eingestehen müssen, dass er an die so leichfüßig wirkende Strichführung eines Andreas Noßmann nicht heranreichen kann, vermutlich auch nicht an dessen Fülle an Ideen und deren phantasievolle Umsetzung. 

Andreas Noßmanns Arbeiten sind schon von besonderer Qualität und von einer Originalität, die man gelegentlich im Kunstbetrieb vermisst. Was ihn vor allem hervorhebt, ist seine Vorliebe für spitzfindige Ironie, nicht bösartig, eher von humorvoller Art. Obwohl die meisten Bilder bereits beim ersten Hinsehen Gefallen finden, lohnt sich ein näheres Betrachten. Denn dann erschließt sich die ganze Kunstfertigkeit der Strichführung von Andreas Noßmann, auch seine Kunstfertigkeit, den Strich gezielt, leicht und elegant einzusetzen. Mit wenigen Strichen gelingt es ihm, Charaktere darzustellen, deren Stimmung und Gefühlslage – besser als so manches „realistische, naturgetreue“ Bild. In dieser Hinsicht mag er ein wenig an einen Horst Janssen erinnern, nur dass beide Künstler eben nicht vergleichbar sind, allein schon aufgrund der Bildthemen und der vermutlich dahinter steckenden Lebensphilosophie. 

Die Motive des 1962 geborenen Andreas Noßmann wirken teilweise wie aus dem Theaterleben gegriffen, übermütig und voller vermeintlicher Komik, die aber auch eine gewisse Dramatik der Charaktere von dargestellten Personen nicht vebirgt. Durch dieses Zusammenspiel entsteht eine faszinierende Spannung, die keines der Bilder langweilig erscheinen lässt. Interessant sind einige neuere Werke von Andreas Noßmann, in denen er behutsam Zeichnungen aquarelliert, beispielsweise in seinem Motiv „Jazz 2000 IX“ – eine Arbeit, die exemplarisch für das Schaffen Noßmanns ist. Die Ausstellung wird am heutigen Samstag, von 15 Uhr bis 18 Uhr eröffnet. Zu sehen ist die Schau bis 17. Dezember jeweils freitags, samstags und sonntags von 15 Uhr bis 18 Uhr. Die komplette Ausstellung kann auch im Internet unter www.krisnik-kunst.de betrachtet werden. 

Gerd Scheuble

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