Eulenspiegel kommt selten allein

Cloppenburg3Münsterländische Tageszeitung, 07.11.2005, Cloppenburg

„Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“. Dieser Satz von Paul Klee trifft auf die Exponate der drei Künstler zu, die gegenwärtig in der Soesten Galerie Kramer zu sehen sind. „Die Werke besitzen allesamt so etwas wie einen Wiedererkennungswert“, erklärte der Osnabrücker Schriftsteller ALfred Cordes, der die einführenden Worte zur Ausstellungseröffnung sprach.

„Eulenspiegel gleich“ halten die Bilder von Andreas Noßmann dem Betrachter einen Spiegel vor, in dem sich der nach Anerkennung, Macht oder Wissen strebende Mensch hinter der Situationskomik selbst erkennen kann. In seinen Zeichnungen findet sich an zentraler Stelle der Mensch mit seiner Borniertheit, seinem kleinen Glück, seiner Verführbarkeit, seiner Lernfähigkeit, Eitelkeit und Selbstvergessenheit. Nichts ist künstlich erhöht, alles ist wirklich und doch mit einer gehörigen Portion Ironie gewürzt.

Die Keramiken von Margret Bergmann haben den Anschein, als seien sie dem Zeitalter der Skythens entsprungen oder rituelle Gefäße einer längst versunkenen Kultur. Objekte wie aus Ausgrabungen, die teilweise mit antiken Texten und Hoheitszeichen versehen noch heute Respekt einflößen.

Wolf Ewerts Skulpturen erzählen Geschichten, die der Betrachter ausphantasieren darf. Geschichten von den gepflegten Umgangsformen der Menschenfresser, von den merkwürdigen irdischen Protagonisten der Engelsschule und ihrer wunderbar blasierten Lehrerin. „Die märchenhaften Skulpturen von Wolf Ewert besitzen augenscheinlich sowohl die tiefe Geschichtlichkeit der Keramiken von Margret Bergmann, als auch die sarkastische Note der Bilder von Andreas Noßmann“, sagte Alfred Cordes.

Die Ausstellung ist Montags bis Freitags von 9 bis 18 Uhr, Donnerstags von 9 bis 19 Uhr, Samstags von 9 bis 14 Uhr und Sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

„Torheiten“ in der Soesten Galerie
Ausstellung von Noßmann, Ewert und Bergmann
Nordwest – Zeitung, 8.11.2005, Cloppenburg

Gleich drei Künstler zeigen in der Herbstausstellung der Soesten Galerie Kramer in Cloppenburg ihre Exponate. Neben den Keramikarbeiten von Margret Bergmann und Wolf Ewert sind auch Zeichnungen von Andreas Noßmann zu sehen, allesamt unter dem Titel „Torheiten“. Zur Eröffnung am Sonntag sprach der Schriftsteller Alfred Cordes aus Osnabrück.

Was die drei Künstler verbinde sei der Wiedererkennungswert ihrer Arbeiten. Sie gäben die Realität nicht wieder, sondern spielten mit ihr, hinterfragten sie und zeigten die herrschende Wirklichkeit wie ein vorüberziehendes Narrenschiff.

Besonders die Zeichnungen von Andreas Noßmann beinhalteten eine Tagesaktualität, die uns den „Eulenspiegel“ als eine Situationskomik vor Augen halte. In den Zeichnungen von Noßmann stehe der Mensch im Mittelpunkt, seine Lernfähigkeit und Selbstvergessenheit prägten seine Motive. Und eine gehörige Portion Ironie werde der Betrachter unwillkürlich feststellen, so Cordes.

Die Keramiken von Margret Bergmann muten wie rituelle Gefäße einer längst vergangenen Kultur an. Der Betrachter könnte auch glauben, sie stammten aus Ausgrabungen, teilweise mit antiken Texten und Hoheitszeichen versehen.

Wolf Ewert erzäählt mit seinen Skulpturen Geschichten, die die Ausstellungsbesucher zu Ende denken können. „Die märchenhaften Skulpturen von Wolf Ewert besitzen augenscheinlich sowohl die Tiefe Geschichtlichkeit der Keramiken von Margret Bergmann als die die sarkastische Note der Bilder von Andreas Noßmann, meinte Cordes. Die Ausstellung ist bis zum 27. November Montags bis Freitags von 9 bis 18 Uhr, Donnerstags von 9 bis 19 Uhr, Samstags von 9 bis 14 Uhr und Sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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