

Von Hans-Jochen Schulte Ennepetal. Seine Zeichnungen sind kompromisslos, direkt und von einer fast aggressiven Ausdruckskraft. Andreas Noßmann, der 27-jährige Künstler aus Ennepetal, hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Seine Arbeiten wurden bereits in Basel, Frankfurt und Essen gezeigt und haben dort sowohl Bewunderung als auch Widerspruch hervorgerufen. Nun stellt er erstmals in seiner Heimatstadt aus, im Foyer des Hauses Ennepetal.
Noßmanns Zeichnungen sind von einer beeindruckenden technischen Präzision. Er arbeitet mit Tusche, Feder, Pinsel und Aquarellfarbe, aber auch mit Bleistift und Kugelschreiber auf den verschiedensten Malpapieren. Seine Themen sind vielfältig: Krieg, Leid, menschliche Abgründe. Dabei zeigt er eine Virtuosität, die ihresgleichen sucht.
Die Caprichos von Goya sind dabei eine wichtige Inspirationsquelle für Noßmann. Wie Goya verbindet er in seinen Arbeiten realistische und surreale Elemente, um die Grausamkeit und Absurdität menschlichen Handelns zu zeigen. Besonders eindrucksvoll sind seine Darstellungen des Ersten Weltkriegs, in denen er die Brutalität des Krieges mit collagierten Elementen und einer expressiven Linienführung verdeutlicht.
Die Ausstellung ist bis zum 3. Februar montags bis donnerstags von 10 bis 20 Uhr und samstags von 16 bis 18 Uhr im Foyer des Hauses Ennepetal zu sehen.
(Westfälische Rundschau – 15.01.1990)
