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Dali

Wer sich einmal den Spaß gegönnt hat das autobiographische Buch „So wird man Dali“ des großen spanischen Surrealisten zu lesen, wird zwangsläufig die Deutung und Dimension des Begriffes „Selbstbewusstsein“ neu definiert haben müssen. Alles an Salvador Dali (1904 – 1989), war seiner eigenen Meinung nach, von seinem, von Gott vorbestimmten, Genie beseelt.

Somit lässt sich der Meister in seiner Autobiografie auch sogar seitenweise über die Form, Farbe und Struktur seiner eigenen Scheiße aus, die angeblich so ganz anders zu sein schien als die aller anderen „normal“ Sterblichen und nur Auswurf eines wirklichen Genies sein könne. In seinem, ja muss schon fast sagen öffentlich allzu wirksam inszenierten Größenwahn, gestand er nur seinem Landsmann, Pablo Picasso, einen ähnlichen, göttlichen Genius zu.

Dalis eigener Beschreibung nach sahen sich beide aber nur einmal, nämlich gemeinsam in einer Gondel gegenüber sitzend, auf dem Weg zur Biennale 1954 in Venedig, sich nur schweigend musternd. Seine, und die Sprachlosigkeit Picassos, erklärte Dali in seiner Autobiografie als spürbare, aber eben wortlose Anerkennung des beiderseitigen, göttlichen Genies. Von Picassos Seite wurde eine Begegnung dieser Art allerdings nie erwähnt. Man darf auch annehmen, das Picasso das Wirken und Schaffen Dalis im Grunde nicht wirklch tangierte, konnte er doch mit der Bewegung der Surrealisten nur reichlich wenig anfangen.

Am Ende kann man von Dalis maßlosem Selbstbewusstsein halten was man will. Aber ohne ihn hätte der Surrealismus kunstgeschichtlich ganz sicher nicht den Stellenwert, dem ihm heute beigemessen wird. Dali ist der Surrealist in persona. Und auch wenn man seinen visualisierten Traumdeutungen im Detail nicht folgen mag, so war er doch vor allem auch ein außergewöhnlich meisterlicher Maler, Zeichner und Grafiker, dessen komplexe Bildideen zu wahren Ikonen der bildenden Kunst avancierten. Ob nun die verlaufenden Uhren, die langbeinigen Giraffen und Elefanten mit ihren Schubladen oder aber die versteckten Bilder in den Bildern selber. Er war zudem ein großer Könner der Selbstinszenierung und Selbstdarstellung, wie es kaum einer nach ihm so vollendet stilvoll auf die Bühne bringen vermochte.

Er wusste es ganz sicher selber als erster, vor allen anderen, dass er zu einer der ganz großen Ikonen des 20 Jhdt. zählen würde. So und nur so, wird man halt DALI.

Und weil es so schön ist, hier Dalis Auftritt in „What´s My line„, ein Quizformat, was auch vom deutschen Fernsehen adaptiert wurde und als „Was bin ich„, mit Robert Lembke, sich auch hierzulande großer Beliebtheit erfreute.