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Der Untertan

untertanZwei Brüder, zwei Schriftsteller – zwei Weltanschauungen. Die „Buddenbrooks“ und dann sowas wie „Der Untertan“.

Heinrich Mann, der Ältere, der bis heute gänzlich unbegründet im Schatten seines jüngeren Bruders steht – dem des Literatur Preisträgers Thomas Mann.

Heinrich Mann war zu jeder Zeit seinem umso berühmteren Bruder Thomas gedanklich immer weit voraus: Er hatte den Fall des Kaiserreichs vorausgesehen, er hatte die Gefahr des Faschismus deutlich eher erkannt.

Bei der öffentlichen Bücherverbrennung der Nazis lagen die Werke von Heinrich Mann ganz oben auf dem Scheiterhaufen, während sich sein so berühmter Bruder immer noch um die Veröffentlichung der Jakob Tetralogie, aus dem ungewolltem Schweizer Exil, im Hitlerreich bemühte.

Heinrich MannDas Buch „Der Untertan“ ist das bis heute das erfolgreichste Buch von Heinrich Mann, wenn auch nicht das Bedeutenste. Es beschreibt den Werdegang eines allzu typischen, kleindeutschen, bürgerlichen Emporkömmlings in Zeiten allgemeiner großdeutscher Euphorie, welche wie im Buch vorrausgesagt wird, in einer unglaublichen Katastrophe endete.

In der Spielfilm ähnlichen Dokumentation, „Die Manns – Ein Jahrhundertroman„,  von Heinrich Breloer, würdigt Thomas Mann (Armin Mueller-Stahl) das Buch seines ungeliebten Bruders:  „Der Untertan“, wirkt in einer Art und Weise, in weiser Vorraussicht all jener Dinge, der er selber nie so erwartet hätte.

Die Erklärung hierzu, von Heinrich Mann – in diesem fiktiven Zusammentreffen mit seinem Bruder Thomas ist einleuchtend: Der Typ des deutschen Untertans hat sich noch lange nicht aufgebraucht! Und so kam es auch mal wieder … Leider!

Heinrich MannDie Bücher von Heinrich Mann sind schon rein sprachlich, in Gewohnheit heutiger Lesegewohnheiten, zumeist ganz schwere Kost . „Der Untertan“ wirkt dagegen gänzlich unverbraucht modern und das Thema des unverfrohrenen Emporkömmlings, so ernst es auch gemeint ist, bietet einzigartige humorvolle, gar groteske Momente.

Dieses Buch musste man natürlich auch irgendwann mal in einem Abend füllenden Spielfilm umsetzen. 1951 war es dann endlich soweit. Unter der Regie von Wolfgang Staudte durfte nun auch endlich ein Diederich Heßling auf der großen Leinwwand sein großdeutsches Gesinnungsdenken und Treiben unverhüllt ausbreiten. Es kommt nicht so oft vor, dass man Buch und Film in der gleichen Liga sehen darf.

Großartiger Heinrich Mann …

 

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