
Es gibt unzählige Göttinnen in der griechischen Mythologie. Doch drei von ihnen, hoch oben auf dem Olymp thronend, ragen besonders hervor – und sie können einander nicht ausstehen. Jede beansprucht für sich, die Schönste unter den Schönen zu sein.
Die Göttin der Zwietracht, Eris, eine der ältesten Gestalten der mythischen Welt, erkennt diesen wunden Punkt sofort. Aus purer Lust am Chaos entfacht sie einen Streit, indem sie während eines göttlichen Festmahls einen goldenen Apfel auf den Tisch legt. Darauf steht: „Für die Schönste.“ Natürlich erheben alle drei Göttinnen Anspruch auf den Apfel. Doch keiner der Götter wagt es, ein Urteil zu fällen – selbst Zeus nicht. Also soll ein Sterblicher entscheiden. Die Wahl fällt auf Paris, den jüngsten Sohn des Königs von Troja.
Von nun an umwerben die drei Göttinnen den jungen Mann und überhäufen ihn mit Versprechungen.
- Hera bietet ihm Macht und Herrschaft über ganz Asien.
- Athene verspricht ihm Weisheit und unbesiegbare Kriegskunst.
- Aphrodite jedoch bietet ihm etwas, dem Paris nicht widerstehen kann: ihren magischen Gürtel, ein göttliches Schmuckstück, das unwiderstehliche Anziehungskraft verleiht. Wer ihn trägt, gewinnt die Liebe jeder Frau, die er begehrt.
Paris, nicht gerade der Klügste, schlägt die Angebote der beiden anderen Göttinnen aus und wählt die Liebe. Denn er begehrt Helena, die schönste Frau der Welt – unglücklicherweise die Gattin des spartanischen Königs Menelaos, Bruder des mächtigen Agamemnon. Die Entführung Helenas führt schließlich zum Trojanischen Krieg, in dem unzählige Menschen sterben – ausgelöst durch die Eitelkeit dreier Göttinnen und die Verlockung eines einzigen Gürtels.
Athene
Dass ausgerechnet sie an diesem törichten Wettstreit teilnimmt, erstaunt. Sie gilt als die Besonnene, die Weise, die über solchen Äußerlichkeiten stehen sollte. Männer interessieren sie wenig. Sie ist die erklärte Lieblingstochter des Zeus, der ihre Mutter Metis aus Angst vor einer Prophezeiung verschluckte. Metis war bereits schwanger, und so musste man Zeus den Schädel spalten, damit Athene daraus geboren werden konnte – vollständig gerüstet und kampfbereit.
Hera
Schwester und zugleich erste Gemahlin des Zeus. Oft wird sie als kühle, strahlende Schönheit beschrieben. Sie ist eifersüchtig, rachsüchtig und verfolgt die zahllosen Liebschaften ihres Mannes und deren Nachkommen mit erbarmungsloser Härte. Nicht immer erfolgreich – doch unermüdlich. Gemeinsam mit Athene stellt sie sich gegen die dritte im Bunde:
Aphrodite
Die Schaumgeborene, von den Göttinnen gehasst, von den Göttern begehrt. Aus dem Blut des Uranos und dem Schaum des Meeres entstanden, ist sie älter als Zeus selbst. Sie verkörpert nicht nur ewige Schönheit, sondern auch die verzehrende Begierde, der kein Mann – weder sterblich noch göttlich – widerstehen kann. Ihr Gürtel, Symbol ihrer Macht über Liebe und Verlangen, macht sie zur gefährlichsten aller Göttinnen: Sie weckt Sehnsüchte, die selten erfüllt werden, und Leidenschaften, die oft ins Verderben führen.

Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5479
Format: 700 x 700 mm
Mai 2026
Und am Ende ändere ich gerne das bekannte Zitat des König Salomon in: „Eitelkeiten der Eitelkeiten – alles ist Eitel, selbst die Götter.“
