
Die Tuschfeder ist das Hauptwerkzeug des jungen, hochbefähigten Zeichners Andreas Noßmann (27) aus Ennepetal. In der Galerie Ostentor an der Flughafenstraße in Brackel wird am morgigen Freitagabend um 20 Uhr eine erste Ausstellung dieses Neurealisten eröffnet, die bis zum 1. Dezember ein breites thematisches Spektrum in Zeichnung, Radierung und Collage vorführt.
Schwungvolles Pathos kennzeichnet auch die Porträts und sogar noch die zyklischen Stillleben mit Weintrauben aus. Erst recht die großformatigen Antikriegs‑Collagen, in denen Noßmann verfremdete Fotodokumente der beiden Weltkriege mit krass gezeichneten Schlaglichtern von kriegerischen Greueln paart. Auch die düsteren Skelettdetails übermalten Titelblätter von Illustrierten aus dem Weltkrieg gehören zu dieser Thematik, ebenso das „Napoleonische Epos“.
Schließlich sind da noch ein paar idyllische Dorfansichten – auch diese Beweise für Noßmanns meisterliche Handhabung von Feder und Farbe. bs
WAZ, 03.11..1989

