
(jüpo) Heroische Kriegsbilder übermalt er mit sicherem Strich, konfrontiert die Siegerpose der Generäle mit dem Leiden des Fußvolks. Denn bei aller technischen Meisterschaft und Detailverliebtheit ist die feingliedrige Kunst des Andreas Noßmann auf mehr aus, als staunende Blicke zu fangen.
Die Galerie Ostentor, Flughafenstr. 5, widmet dem Gevelsberger Zeichner bis zum 29. November eine umfassende Ausstellung. Zur heutigen Eröffnung um 20 Uhr wird der Künstler persönlich anwesend sein.
Noßmann, gerade 27 Jahre alt, spürt mit unbestechlichem Blick den Abgründen hinter dem menschlichen Antlitz nach. Längst hat er mit seinen Porträts bedrohter, verängstigter Menschen die Ebene des bloßen Abbildens verlassen und sich als Menschenschilderer profiliert, der tiefer blickt als viele seiner älteren Kollegen.
WR, 03.11.1989

