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In der Flüchtigkeit des Seins

Diese 25 × 35 cm große Zeichnung begann während eines Wochenendseminars mit dem Thema Urbanes und Landschaft an der Kunstschule NV – zunächst als kleine Fingerübung in den kurzen Momenten der Auszeit, zugleich aber auch als Demonstration für die Teilnehmer, was sich rein zeichnerisch allein mit dem Bleistift aus einem Motiv herausholen lässt.

Im begleitenden Video zur Arbeit liegt der Fokus daher weniger auf der frühen Entstehungsphase, sondern vielmehr auf dem, was man in der Filmbranche wohl als Postproduction bezeichnen würde: dem Kolorieren, dem beharrlichen Nacharbeiten, dem geduldigen Verfeinern. Diese „Kür“, wie ich sie gerne nenne, dauert meist ebenso lange wie der eigentliche Aufbau der Zeichnung selbst.

Immer wieder entstehen neue Aquarell‑Lasuren, kombiniert mit frischen Farbstift‑Akzentuierungen und abschließenden Bleistift‑Überarbeitungen – mehrfach, wie im Video gut zu sehen. Wie lange und wie oft? Bis man zufrieden ist. Und diesen Punkt muss jeder für sich selbst finden.

Die Zeichnung lebt vor allem von ihrer Nahwirkung: vom Spiel der Strichführung, den sich ständig abwechselnden Lasuren und Farbspitzen sowie der schlichten, aber klaren Komposition. Zwei keilförmige Diagonalen bestimmen Vorder‑ und Mittelgrund und führen den Blick des Betrachters sanft in das Motiv hinein – hin zu den Ruinen, die im Zwielicht zwischen Geschichte und Gegenwart stehen.

Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5498
Format: 250 x 350 mm
Oktober 2026