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Kreuzabnahme Jesu

Die Kreuzigung, sowie die Kreuzabnahme (Disposition) des Jesus Christus ist einer der zentralen Momente des Neuen Testamentes. Wer sich diesem Thema widmet, begibt sich – wenn auch unfreiwillig – in Konkurrenz zu den ganz Großen der Kunstgeschichte. Ob nun Peter Paul Rubens, Rembrandt van Rijn oder Raffael, um nur einige zu nennen, haben sich schon mit diesem monumentalen Thema auseinandergesetzt.

Doch jede neue Darstellung sucht ihren eigenen Zugang zu diesem Moment zwischen Tod und Menschlichkeit. In dieser Arbeit steht nicht das Pathos der göttlichen Erhöhung im Vordergrund, sondern die menschliche Erschöpfung – das Gewicht des Körpers, die von Nägeln durchbohrten Hände und Füße, die stille Verzweiflung der Umstehenden. Der Himmel ist weit und leer, die Erde dunkel und schwer. Zwischen beiden Sphären liegt der Körper Christi, blutend, erschöpft, und doch von einer inneren Ruhe durchzogen.

Die Szene zeigt nicht den Triumph, sondern das Nachhallen des Opfers. Die Figuren um ihn sind keine idealisierten Heiligen, sondern Menschen, gezeichnet von Schmerz und Verantwortung. Ihre Gesten sind schlicht, ihre Gesichter ernst – sie befreien den toten Körper Jesu vom Kreuz, als trügen sie die Schuld der Welt. Im Hintergrund erheben sich die Kreuze der anderen, unbekannten zum Tode verurteilten, einsam und mahnend, während die Menge in der Ferne zu einem Chor aus stummen Zeugen wird.

So versteht sich diese Zeichnung nicht als Wiederholung eines bekannten Motivs, sondern als Reflexion über das Menschliche im Göttlichen – über die Schwere des Glaubens, die Last der Hingabe und die stille Würde des Endes.

Die Szene der Kreuzabnahme Jesu beschreibt den Moment unmittelbar nach seinem Tod am Kreuz. Die Evangelien berichten, dass Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr und heimlicher Jünger Jesu, zu Pilatus ging und um die Herausgabe des Leichnams bat. Pilatus stimmte zu, und Josef nahm den Körper vom Kreuz ab, unterstützt von Nikodemus, der wohlriechende Salben und Myrrhe brachte. Gemeinsam bereiteten sie den Leib für die Bestattung vor, wickelten ihn in Leinentücher und legten ihn in ein neues Felsengrab, das in der Nähe lag.

In der christlichen Tradition steht dieser Moment für Barmherzigkeit, Hingabe und die Würde des menschlichen Körpers – ein stiller, zutiefst menschlicher Akt nach dem dramatischen Geschehen der Passion.

Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5497
Format: 700 x 500 mm
Oktober 2026