
Iserlohn. (zir) Es ist ein gewagtes Projekt, moderne Kunst und Antiquitäten gemeinsam auszustellen, aber gerade der Kontrast ist besonders reizvoll. Seit vier Monaten haben junge Künstler in der neuen Galerie „Holzwurm“, Hochstraße 30, Gelegenheit, ihre Arbeiten einem größeren Publikum vorzustellen.
Ines Schilp, Möbelrestauratorin, hatte die Idee, die großen freien Wände ihrer Ausstellungsräume in einem alten Hinterhof‑Fabrikgebäude zu nutzen. Sie und ihr Mann Michael verstehen ihr Projekt nicht als Konkurrenz zu bestehenden Galerien, sondern als Ergänzung des kulturellen Angebots in Iserlohn. Michael Schilp: „Wir wollen keine bequeme Kunst zeigen. Junge Künstler zu fördern, ist unser Anliegen.“
Das Ehepaar Schilp betreibt die Galerie aus reinem Idealismus, verdienen wollen die beiden an den Künstlern nichts.
Am Wochenende wurde die vierte Ausstellung eröffnet. Andreas Noßmann, Jahrgang 1962, zeigt bis zum 30. Oktober Zeichnungen und Mischtechniken.
Im Mittelpunkt seiner Arbeiten steht der Mensch. Narren, Träumer, Musiker, selbstbewusst schwankende Randfiguren stellt der Künstler sehr packend im Höhepunkt einer Handlung dar. Verdichtet Zeichnung und Malerei; verstärkt den Ausdruck durch Vereinfachung und feine, handschriftlich wirkende Linien.
Zentrale Themen des früheren Studenten an der Hochschule Wuppertal (Fachrichtung Kommunikationsdesign) sind der Tod, der Satan und die Magie. Bildnisse sind ihm Methode. Inspiriert ist sich Andreas Noßmann durch literarische Texte aller Gattungen.
Bildunterschrift: Andreas Noßmann stellt eine Auswahl seiner Arbeiten bis Ende des Monats im „Holzwurm“ aus. Moderne Kunst und Antiquitäten bringen Ines und Michael Schilp in ihrer Galerie zusammen. Foto: Zirbes
Bis Ende nächsten Jahres ist der „Holzwurm“ übrigens bereits ausgebucht. Ab Januar werden die Ausstellungen zwei Monate dauern.
Iserlohn, 1987. Zeitungsausgabe, sowie Erscheinungsdatum unbekannt

