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Mit allerlei Energie geladen

Werke von Andreas Noßmann in Filderstadt Mit allerlei Energie geladen Kammerorchester der „Künstler der Filder“ begeisterte

Filderstadt. Musik und Malerei – diese Verbindung findet man selten bei Ausstellungseröffnungen. Am Sonntag im Zentrum Bernhausen traf sie jedoch auf begeisterte Zustimmung. Andreas Noßmann, einer der vielversprechendsten jungen Künstler Deutschlands, eröffnete seine Ausstellung in der Städtischen Galerie Filderstadt, begleitet vom „Deutschen Kammerorchester – Künstler der Filder“ unter Leitung von Alwin Bauer.

Das Orchester präsentierte sich als Einheit, als Klangkörper, der mit Präzision und Leidenschaft musizierte. Besonders beeindruckte die weltbekannte Violinistin Professor Wanda Wilkomirska, die mit Brillanz und Ausdruckskraft Werke von Panufnik und Bach interpretierte.

Noßmanns Zeichnungen, die parallel zur Musik gezeigt wurden, sind kompromisslos und von intensiver Ausdruckskraft. Sie zeigen das Unangenehme, das Tabu, das Verdrängte – und erinnern in ihrer schonungslosen Direktheit an Goya und Hrdlicka. Seine Serie „Caprichos zu Paganini“ stellt den tragischen Geiger als Symbol für die Zerrissenheit des Künstlers dar, gebeugt unter der Last seiner Genialität.

Die Werke sind mit Energie, Fantasie und zeichnerischer Virtuosität geladen. Noßmanns Linienführung ist präzise, seine Figuren wirken lebendig und zugleich entrückt. Der Künstler versteht es, das Menschliche in seiner ganzen Widersprüchlichkeit sichtbar zu machen – zwischen Leidenschaft und Schmerz, zwischen Schönheit und Abgrund.

Die Ausstellung ist in der Städtischen Galerie im Zentrum Bernhausen zu sehen, geöffnet dienstags und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 15 bis 17 Uhr.

(Filderzeitung – 02.10.1990)