

FILDERSTADT (red) – Eineinhalb Jahre dauerten die Vorbereitungen, jetzt ist es endlich soweit: Andreas Noßmann, einer der besten Zeichner unserer Zeit, stellt in der Städtischen Galerie im Bürgerzentrum Bernhausen aus. Galerieleiter Alfred Schürmann kann mit der jetzigen Vernissage am Sonntag, 30. September, um 11.30 Uhr seine 25. Ausstellung feiern. Andreas Noßmann ist im Süden Deutschlands noch wenig bekannt, um so mehr oberhalb der Mainlinie. Über den Künstler schrieb der Kritiker Gerhard Heidrich: Er ist ein außergewöhnlicher Zeichner, der mühelos in Konkurrenz treten kann zu anderen großen Meistem des Zeichenstifts, von Wilhelm Busch bis zu Janssen, von Goya bis Hrdlicka. Noßmann ist jedoch kein Epigone, er besitzt eine bemerkenswert ausgeprägte eigene Handschrift, die unverwechselbar ist. Mit furioser Spontaneität des Blei- oder Federstrichs zeichnet er seine Figuren, an denen er auf skurrile Art gesellschaftliche Grundsituationen entlarvt. Die Zeichnungen stellen schonungslos menschliche Verhaltensweisen heraus, in denen das Lächerliche und das Tragische nicht voneinander zu trennen sind.
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung hat die Städtische Galerie noch mehr zu bieten: Erstmals stellt sich nämlich das ,Deutsche Kammerorchester ‚Künstler der Filder‘ in Filderstadt vor, nachdem es bereits mehrere Auftritte auswärts hatte. Die Neugründung geht auf Vereinsmitglied Alwin Bauer vom Radio Sinfonie-Orchester Stuttgart und Galerieleiter Schürmann zurück. Das 14köpfige Orchester bietet ab 10 Uhr ein eineinhalbstündiges Konzert mit Werken von G. J. Wemer, J. S. Bach, Panufnik, Gluck und Haydn. Dazu konnte auch die bekannte Geigerin Professor Wanda Wilkomirski gewonnen werden.
(Esslinger Zeitung – 29.09.1990)
