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Wahrnehmungen der Betrachter sind wollüstig

Von Kurt Seelig

Cloppenburg. Ungewohnt viel Andrang hat es zur Ausstellungseröffnung der Soesten‑Galerie Kramer gegeben. Viele Besucher nutzten am Sonntag die Gelegenheit, sich mit den beiden Künstlern Alfred Bullermann und Andreas Noßmann über ihre Werke zu unterhalten.

Schon im Eingangsbereich der Galerie sind Schmiedearbeiten zu sehen, die auf die weiteren Werke eines diplomierten Designers und Schmiedemeisters Bullermann einstimmen. So war es fast zwangsläufig, dass der 1961 in Cloppenburg geborene Bullermann zuerst vorgestellt wurde.

Diesmal führte Galerist Hartmut Berlinicke aus Wilhelmshaven in die Exponate der zwei Ausstellenden ein. Bullermann sei gleichermaßen Handwerker, Kunsthandwerker und Künstler, so Berlinicke. Er arbeite sowohl frei als auch an Auftragsarbeiten.

„In der Ausstellung werden wenige Arbeiten des Kunsthandwerkers und viele freie, also künstlerische Arbeiten gezeigt.“ Bullermann hat sein Atelier in Markhausen.

Ein Jahr jünger (36) ist der Zeichner Noßmann, der mit vielen Werken in der Galerie vertreten ist. Zu ihm führte Berlinicke heraus, dass „der Zeichner dem Betrachter seine Persönlichkeit öffnet und er macht uns zum Mitsehen“. Der Künstler lasse den Zuschauer zugleich teilnehmen an seinen Reflexionen am Sonntag. Es sei aber wichtig festzuhalten, dass „nicht seine Zeichnungen kritisch, spitzfindig, wollüstig oder sonstwas sind – allein unsere Wahrnehmungen sind so.“

Die Ausstellung mit Metallarbeiten des Alfred Bullermann und Zeichnungen des Andreas Noßmann kann bis zum 20. Dezember jeweils donnerstags und freitags von 18 bis 20 Uhr, sonntags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung besucht werden.

Nordwest Zeitung, 17.11.1998