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William Dafoe – das van Gogh Experiment

„Willem“, aber eigentlich William Dafoe, ist einer jener konstanten Größen Hollywoods die sich am schwierigsten einordnen lassen. Erstmals fiel er mir im Film Platoon als Sgt. Elias positiv auf – in jener Rolle, für die er 1987 auch eine Oscar Nominierung erhielt. Auch in Mississippi Burning, 1988 an der Seite von Gene Hackmann, hatte er einen großen Auftritt in einem thematisch eindringlichen Film. Danach nahm ich ihn eigentlich immer nur am Rande wahr und hinsichtlich seiner Filmografie kann man auch den Eindruck gewinnen, dass er es mit der Qualität der ihm angebotenen Drehbüchern nicht wirklich immer so genau nimmt. Wie auch, wenn man seit den 1980ern Jahren im Grunde in jedem Jahr, und dies bis heute, in vier bis sechs Filmen mitgewirkt hat, zumeist in Nebenrollen entweder den Bösen, dann mal wieder den Guten mimend. Sein anscheinend einziges Markenzeichen: Ein Gesicht, das man eben nicht vergisst.

… das Experiment

2018 hatte er im Film des Künstler Julien Schnabel, Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit mal wieder eine große Rolle, in der ich ihn wahrnahm. Warum Künstler sich nun plötzlich berufen fühlen in die Filmbranche einzusteigen, sich auf einmal als Regisseur versuchen wollen, soll als Frage hier offen bleiben, denn Dafoe mimt den armen van Gogh, umrahmt von wirklich beeindruckenden Bildern, durchaus glaubwürdig. Ich bin auch ein großer Freund sogenannter Filmografien, denn diese sind, insofern sie sich an den wirklichen historischen Tatsachen orientieren, „berührender“ als jede Dokumentation. So muss sich natürlich Schnabels van Gogh Interpretation auch mit dem Film Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft von 1956 vergleichen lassen müssen, in dem der erst kürzlich verstorbene Kirk Douglas den verkannten holländischen Maler verkörpert.

Eine Wertung hinsichtlich dieser beiden van Gogh Filmversionen möchte ich mir an dieser Stelle natürlich verkneifen, aber man erahnt vielleicht welcher von beiden das Leben und Wirken des Holländers einem deutlich näher bringt. Nur soviel: Nicht immer sind modernste Filmtechniken alleine, sowie die Interpretationslust eines Künstlers hinsichtlich der Kunst, Garant für einen besseren Film.

William Dafoe
Kugelschreiber, Farbstift, Aquarell
Dvz. 1299
Format: 225 x 145 mm
06.02.2020
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