Virtuose der Zeichenfeder im Künstlerhaus

Noßmann spießt die Lebenskomödie aufNoßmann spießt die Lebenskomödie auf

HILDEN. Modern Jazz vom Blockflötenquintett, ein Besucherandrang, der das kleine Künstlerhaus in der Hofstraße nahezu aus den Nähten platzen ließ und eine Laudatio vom Künstler-Kollegen Jan Boomers, der mit Anerkennung und Bewunderung nicht sparte: Mehr konnte sich am Montagabend der Zeichner Andreas Noßmann zum 30. eigentlich kaum wünschen.

Der gebürtige Hildener nahm seinen runden Geburtstag zum Anlass, in seiner Heimatstadt eine Auswahl von Zeichnungen und Radierungen zu präsentieren, die neben einem verblüffenden Ideenreichtum, auch seine überaus „virtuose“ Technik offenbaren.

Szenen aus der Komödie des Lebens fließen ihm wie von selbst aus der Zeichenfeder. Die Maske als Symbol der Falschheit taucht immer wieder in den oft nur auf den er¬sten Blick heiteren Szenen auf. Die mitunter verzerrten Gesichter der Harlekins und Kobolde wollen nicht immer zu ihrem schelmischen Aufzug passen und stoßen den Betrachter mit der Nase auf die Nähe von Lächerlichkeit und Tragik im menschlichen Verhalten. Ein zweiter, intensiver Blick lohnt sich bei jedem einzelnen der detailgenauen Noßmann Werke, deren Humoreske Kritik an der bürgerlichen Scheinwelt zum Teil ins Sarkastische übergeht. Jan Boomers öffnete den Vernissage-Gästen in seiner Einführung auch die Augen für die vollendete Technik des Zeichners Andreas Noßmann, der mit faszinierender Sicherheit
Ausschnitte seiner schier unerschöpflichen Phantasie zu Papier bringt, ohne zuvor auch nur eine einzige Skizze anzufertigen. Jeder Federstrich, jede Farbnuance stimmt bei Noßmanns mit zwei Platten angefertigten Vierfarbdrucken, seiner meisterhaften Radierungen.

„Er ist einer der ganz großen Zeichner dieser Zeit“, urteilte Jan Boomers abschließend und überließ die Gäste ihren eigenen Betrachtungen. Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Juli jeweils donnerstags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

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