Plötzlich und unerwartet

Andreas Noßmann stellt in Eggingen aus

Andreas Noßmanns Arbeiten sind geprägt von Spontaneität, plötzlichen Einfällen und ungezügelten Launen“, heißt es in einem Vorwort eines Büchleins, das sich Radierungen des Nordrhein – Westfälischen Künstlers Andreas Noßmann aus dem Jahr 1994 widmet.

Zu sehen sind zahlreiche in dem Buch abgebildete Radierungen ab 20. September in der Egginger Galerie Krisnik, daneben aber auch zahlreiche Werke aus neuerer Zeit. Die Umschreibung „plötzliche Einfälle“ trifft das Schaffen des noch vergleichsweise jungen Künstlers Noßmann am besten: Einige seiner Radierungen wirken vergleichsweise banal, wenngleich von der Technik gelungen, vom Strich her erfrischend phantasievoll, womit bereits die Stärke von Andreas Noßmann umschrieben ist: Noßmann ist ein begnadeten Graphiker, dessen Begabung darin liegt, aus scheinbar flüchtig angedeutete Strichen eine Gesamtkomposition zu schaffen.

Zudem ist er auch ein Künstler, der den Begriff „künstlerische Freiheit“ in einigen seiner Werke ernst nimmt, auch vor gesellschaftlich als „Obszönitäten“ deklarierten Motiven nicht zurückschreckt. „Inkognito oder das Blindpinkeln“ nennt sich beispielsweise eine, Radierung. die in der Galerie Krisnik zu sehen ist und einen Zylinder bewappneten Mann mit heruntergelassener Hose darstellt, der gerade dabei ist, in eine vor ihm stehende Flasche zu pinkeln. Vorrangig beschäftigt sich Andreas Noßmann allerdings mit zum Teil vordergründig humorvollen, in Wirklichkeit aber bei näherer Betrachtung gar nicht so positiv wirkenden Motiven, die sich aus allen möglichen Lebensbereichen schöpfen. Das Kennzeichnende der Figuren von Noßmann ist, daß sie niemals passiv wirken, immer in Bewegung zu sein scheinen, oft als karikaturhafte Personen, selten als ernste Menschen des Alltagslebens dargestellt, was nicht heißt, daß auch gewisse Ausnahmen zu finden wären (siehe Abbildung).

Die Ausstellung ist vom 20. September bis 12. Oktober jeweils mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 15 Uhr bis 18 Uhr zu sehen.
GERD SCHEUBLE

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