Witz, Charme, Boshaftigkeit und Phantasie

Alex’s Art Galerie in Klosters zeigt Zeichnungen und Radierungen von Andreas Noßmann

Witz, Charme, Boshaftigkeit und PhantasieAm kommenden Freitag Findet von 17 bis 20 Uhr in Alex’s Art Galerie in Klosters die Vernissage zur Ausstellung „Sammelsurium“ mit Werken von Andreas Nossmann statt. Die Exposition dauert bis zum 10. Oktober.

so.- Andreas Nossmanns Arbeiten sind geprägt von plötzlichen Einfällen und ungezügelten Launen. Die Motive der Zeichnungen und Radierungen sind so mannigfaltig wie die Anlässe ihrer Entstehung. Spitzfindige Bösartigkeiten grob agierender Unholde finden sich neben rührenden Witzigkeiten debiler Clowns und lasziven Anzüglichkeiten lüsterner Narren. Mal voll verträumter, nachdenklicher Poesie oder slapstickartiger Komik, mal wirr und hitzig, aber auch zersetzend und gewalttätig bis hin zu penetrant beschämenden Pikanterien. Von Blatt zu Blatt sind Nossmanns Bildwelten durchdrungen von Gegensätzlichkeit und Widersinn. Seine Figuren sind niemals passiv. Alles und jeder ist in Bewegung, mindestens jedoch durchdrungen von einer immanenten Unruhe. Ebenso vollzieht sich in den Landschaftswerken durch die Einwirkung der urgewaltigen Elemente der Natur ein nahezu dramatischer Ablauf des Gezeigten. Blühende Lebendigkeit und verdorrende Morbidität liegen dicht beieinander.

Über allem schwebt der Strich des Zeichners

Über allem schwebt der scheinbar flüchtige Strich des Zeichners und Grarikers, der mit Stift und Nadel das Phantastische, das die Gegensätze der Welt als Spannung offen in sich trägt, zur Darstellung bringt. In Nossmanns Zeichnungen und Radierungen sind immer auch Elemente der Drohung, Faszination des Schreckens, aufziehende Katastrophen als Naturereignisse und gewaltsame Geschehen enthalten. Groteske Grundzüge wie die Unzulänglichkeits- oder Übermutskomik bei den Figuren, die Verwandlung und das Theaterhafte mit ihren Täu,schungs- und Verwirrungsabsichten führen zur beabsichtigten , Kontrastwirkung des Gezeigten. So bezeugen Andreas Nossmanns Bildwelten von und über Natur und Mensch eine merkwürdige Zwitterstellung von kritischer Bewusstheit dem Menschen und einem ahnungsvollen Eingeweihtsein der Natur gegenüber.

Der 1962 in Hilden (D) geborene Andreas Nossmann studierte an der GHS-Universität in Wuppertal Kommunikationsdesign, Freie Grafik und Malerei. Seit 1986 werden seine Werke an diversen Ausstellungen wie den internationalen Kunstmessen in Frankfurt, Genf, München, Hannover, Gent, Basel, Madrid, Strassburg, Düsseldorf und New York gezeigt.

Die Ausstellung dauert bis 10. Oktober und ist Montag bis Samstag von 16 bis 18.30 Uhr geöffnet – Mittwoch geschlossen
Klosterser Zeitung 28. Aug. 1998

Andreas Nossmann’s Sammelsurium in Alex´s Art Galerie

Es ist Entspannung und Anspannung, Ruhe und gleichzeitig‘ Zerstreuung. Es ist Selbsterfahrung und Orientierung, Besinnung und Sinnfindung. Die Rede ist vom „Sammelsurium“, dem Thema von Andreas Nossmann’s Ausstellung in Alexs Art Galerie in Klosters. Mit einem scharfen Blick auf sich selbst hält der Künstler unterschiedlichste Momente seines Rastens und Schaffens fest. Ob sich die gezeigten Figuren in einer ganz privaten Umgebung treiben lassen oder sie inmitten der Arbeit den unbedingten Drang nach Regeneration ereilt, immer haben sie etwas mit einer starken Bezogenheit auf sich selbst zu tun.

Scheinbar teilnahmslos wenden sich die gezeichneten Gestalten von demjenigen ab, was man landläufig unter einem „produktiven Leben“ versteht. Sie wechseln hinüber in eine besondere Atmosphäre, in eine andere Welt, in der andere Stimmungen und Bestimmungen herrschen. Mit eindrucksvoller Kraft zeichnet Andreas Nossmann seine Bilder. Die ausserordentlich feinen Bleistiftzeichnungen bestechen durch eine enorme Plastizität, wobei die gekonnt eingesetzte Aquarellfarbe diesen Eindruck noch verstärkt. Mit seinen Bildern gelingt es Nossmann, aus einem augenblicklichen, aber in der Zeichnung festgehaltenen Zustand seine Inspiration und seine Energie auf den Betrachter zu übertragen.

Die Ausstellung in Alexs Art Galerie dauert noch bis zum 10. Oktober und ist Montag/ Dienstag und Donnerstag bis Samstag jeweils von 16.00 bis 18.30 Uhr geöffnet.

Schreibe einen Kommentar