Kunst gegen die Flachheit

 Kunst gegen die FlachheitWestfalenpost Kultur – Gevelsberg/Brühl. „Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.“ Das Schiller-Wort aus dem „Wallenstein“-Prolog“ gilt für den deutschlandweit bekannten Zeichner Andreas Noßmann nur eingeschränkt.

Gerade hat er drei neue Bücher mit seinen Arbeiten aufgelegt, die die Qualität seiner Kunst abermals unterstreichen.

Direkt angesprochen auf seine mitunter etwas düster und schwer anmutenden Motive antwortet Andreas Noßmann keineswegs missbilligend, sondern vielmehr frisch und frei: „Reine Flachheit versuche ich zu vermeiden.“

Ja, er sei eigentlich schon eher ein ernster Mensch, bekennt der Künstler, der lange Zeit in Ennepetal lebte und inzwischen in Brühl am Rhein seine neue Heimat gefunden hat. Andererseits aber liebe er auch durchaus den Humor und die Satire, was sich wiederum tatsächlich in mehr Arbeiten spiegelt, als man beim schnellen Durchblättern der Bände unterstellt.

Landschaftszeichnungen und Städtebilder („Nacht-Schatten-Lichter“, 19,90 Euro) füllen das eine Buch, Porträts („Heads“, 19,90 Euro) das nächste und eine ausgesprochen intelligent-originelle Schuh-Galerie („Charlies Schuh“, 22,90 Euro) schließlich das dritte. Gerade sitzt der 45-Jährige an weiteren Schuh-Zeichnungen; ein Fortsetzungsband zum diesem Thema soll noch im Herbst erscheinen. Die Bücher sind alle im Aachener Shaker Media Verlag erschienen; Noßmann ist sehr zufrieden mit diesem konstruktiven Druckerei-Kontakt.

Wer Noßmann-Originale erwerben möchte, muss sich an Galerien wenden, die weit verstreut in Deutschland liegen: In der Eifel, in Bremen, Cloppenburg und auf Sylt („Sansibar“) gibt es beispielsweise echte Noßmanns. In unserer Region ist die Anlaufstelle die Gallerie Villa Hühn in Gevelsberg (Tel. 02332 / 60310). Hier fühlt sich Andreas Noßmann übrigens sogar besonders gut aufgehoben und vertreten. Der (verheiratete) Künstler ist dabei in der glücklichen Lage, von der eigenen Arbeit leben zu können. Dass der Zeichner damit zu einer verhältnismäßig kleinen, priviligierten Könner-Schar im Lande zählt, ist ihm durchaus bewusst. Gleichzeitig ist er zuversichtlich, die eigene Unabhängigkeit auch künftig gewährleisten zu können: „Zeichnungen liegen seit ein, zwei Jahren wieder besser im Kunst-Trend“, hat er festgestellt. Freuen würde sich Andreas Noßmann, wenn er wieder einmal in Südwestfalen ausstellen könnte: „Ganz merkwürdig, aber in der Hagener Region habe ich noch nie meine Arbeiten zeigen können“, wundert sich Noßmann, der seit 1987 immerhin schon in weit über 100 Ausstellungen von Worpswede bis München quer durch die ganze Republik vertreten war. Schade ist das „Hagener Loch“ ganz gewiss, denn Andreas Noßmann zählt zweifelsfrei zu den Besten seines Faches.

Andreas Thiemann,

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