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Zeichner verspottet – niedere Instinkte

Vom Zeitgeschehen inspiriert

 Zeichner verspottet - niedere InstinkteMünsterländische Tageszeitung
Noßmann stellt in Cloppenburg aus

Cloppenburg (kre) – Eine Doppelausstellung mit Zeichnungen von Andreas Noßmann und Keramik von Sabine Kratzer eröffnet die Soestengalrie Kramer am Sonntag 2.November. Der Galerist und Künstler Hartmut R. Berlinike aus Wildeshausen wird seine Kollegen und deren Arbeiten ab 11 Uhr vorstellen.
Noßmann, einer der fähigsten Zeichner Deutschlands, spießt des Bürgers niederen Instinkte mit spitzem Bleistift auf. Beißend ironisch führt der 46-jährige vor, wie Gier und Geltungssucht, Geilheit und Dummheit das Antlitz des Menschen zur Fratze entstellen und die Figur zur Karikatur machen. Hier ist zweifellos ein Moralist am Werk, aber einer mit Witz.
Wenn sich Männer an der Bar wie Gockel spreizen, um einer Teilzeit-Schönheit im dünnen Fummel zu gefallen, ist das hinreißend entlarvend. Die kleinen Andeutungen entdeckt man erst auf dem zweiten Blick – etwa einen kleinen Hund, der mit ausgestreckter Zunge die Szene hechelnd verfolgt.
Noßmann ätzt gegen Voyeurismus und gegen die Festlung von Frauen auf fremde Schönheitsideale. Während auf dem Laufsteg ein Model fast im Gegehn verhungert, schlagen sich in der ersten Reihe betuchte Damen den Bauch mit Torte voll, daneben als Zaungast ein Schwein.
Zugleich ist der Mann aus Brühl ein Meister der feinen Andeutungen und der surrealistischen Symbolik. Seit Jahren erfindet Noßmann immer neue Varianten des Schuhs, macht sich mit Schubladen im Absatz und hängendem Spiegelei oberhalb der Schnürung über Dali lustig. Das Exemplar mit den Käsespießen imm Spann gemahnt im titel an eine „Dame aus Tilsit“.

Im Spagat zu solchen Purzelbäumen der Fantasie präsentiert die Soestengalerie einen ästhetischen Kontrast: feinste handgearbeitete Formen aus Porzellanmasse. Die deutschlandweit anerkannte Keramikerin Sabine Kratzer, die gerade mit dem Kulturpreis des Landkreises Diepholz ausgezeichnet worden ist, durchbricht klassiche weiße Gefäßformen, indem sie akkurate Muster hineinsticht oder -schneidet und damit die Feinheit und Brüchigkeit des Werkstoffes und ihrer gedrehten Formen unterstreicht. Über das Gefäß hinaus geht Kratzer, wenn sie den Rand wie ein zartes Seidenpapier „ausfranzt“: Es könnte auch eine Seeanemone sein, die sich gleich in Wellen bewegt. So gerät das Künstliche, das Starre in Bewegung.

Die Dopppelausstellung läuft bis zum 16. November. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 04471-2776 oder im Internet www.kramer-bilder-de.

 

Vom Zeitgeschehen inspiriertNordwest Zeitung
„Vom Zeitgeschehen inspiriert“

Satirische Zeichnungen und Keramik-Kunst in der Soesten Galerie
Zu sehen sind Arbeiten von Andreas Noßmann und Sabine Kratzer. Die Vernissage beginnt am 2. November, 11 Uhr

von Antje Heyer

Cloppenburg – Galeries Jürgen Luttmer ist schon gepsannt. Am 2. November, 11 Uhr beginnt mit einer Vernissage wieder die Herbstausstellung in der Soestengalerie Kramer, die bis zum 16. November zu sehen ist. Von der Künstlerin Sabine Kratzer weren Werke aus Keramik und Porzellan ausgestellt, zu dem Thema „satirisch, ironisch, kritisch“ Zeichnungen von Andreas Noßmann. Beide Werke werden einführend von Hartmut R. Berliniki aus Wildeshausen vorgestellt. Andreas Noßmanns Kunst bietet ein breites Spektrum an detaillierten Landschaftszeichnungen und Portraits, aber auch Altagsszenen, Märchen oder lustige Anekdoten gehören zu seinen Arbeiten. Der Kölner stellt seit 1994 nun schon zum dritten Mal in Cloppenburg aus. Trotzdem ist Soesten-Galerie Inhaber Jürgen Luttmer imer noch gespannt, wie das Publikum aus die Bilder reagieren wird. Schließlich arbeitete er mit dem Künstler zwei Jahre an der Planung der Ausstellung.
Rund 45 Bleistift, Kugelschreiber- und Farbzeichnungen hat Noßmann im vergangenem Jahr extra für die Ausstellung angefertigt.
Viele der detailgetreuen Bilder sind provozierend, eben satirisch, ironisch, kritisch. Dagestellt sind diverse Szenen in verschiedenen Themenreihen, die den Künstler im Entstehungsjahr inspiriert haben. Teilweise sind sie von brisanter Aktualität – wie „Die geplatzte Börse“ – in der man bei genauer Betrachtung den Schrecken des Bankenabsturzes wiederfinden kann.
„Die Bilder sind nicht oberflächlich. Sie haben Hintergrund und eine hohe Aussagekraft. Einige sind auch angst einflößend“, sagt Jürgen Luttmer. Andere seien vielleicht auf den ersten Blick sogar lustig. Doch in Wirklichkeit sind sie es wohl nicht. So hat auch die Dame, die in ein viel zu kleines, knallgelbes Kleid gequescht ist und aus dem auch noch das Preisschild heraushängt, einen kritischen Wert. „Die Anprobe“ gehört zu einer Reihe von besonders aufrüttelnden Bildern Noßmanns. Die genaue Bedeutung der Symbolik läge allerdings im Auge des Betrachter – dies müsse jeder für sich selbst herausfinden, erklärt Luttmer.
Sowohl Noßmann als auch Sabine Kratzer stehen bei der Vernisssage für Fragen und anregende Gespräch bereit. Die Keramik-Künstlerin aus Scholen,die schon in Italien, Japan, Korea und den USA ausgestellt hat, wurde im November vargangenen Jahres mit dem Kulturpreis des Landkeises Diepholz ausgezeichnet.
Die Soestengalerie ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, sonnabends von 9 bis 14 Uhr und sontags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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