Daisy verhindert Anreise

 Daisy verhindert AnreiseBocholter Volksblatt
Wegen des Schneewetters konnte Andreas Noßmann nicht an seiner Vernissage teilnehmen

Bocholt. Die Eröffnung der Ausstellung mit Arbeiten des Zeichners Andreas Noßmann in der Galerie No. 23 musste ohne den Künstler selbst stattfinden. Grund hierfür war „Daisy“. Das Wettertief machte es dem Künstler unmöglich, von Köln nach Bocholt zu reisen, um an seiner Vernissage wie geplant teilzunehmen. So war es seinem Verkaufsrepräsentanten Hermann Göring vorbehalten, den Künstler zu entschuldigen und die zahlreich erschienenen Kunstinteressierten zu begrüßen.
Göring teilt jedoch mit, dass Noßmann am Samstag, 23. Januar, um 17 Uhr die Ausstellun besuchen werde. Dann hätten Interessierte Gelegenheit, mit dem Zeichner, der sonst lieber im Hintergrund bleibt, ins Gespräch zu kommen.

Keine Skizzen
Als „Magier des Zeichenstifts und bedeutendsten deutschen Zeichner“ beschrieb Göring den 47-jährigen Noßmann, der gebürtig aus Hilden kommt. In seinen Werken beschäftigt er sich mit Menschen, ihrem Verhalten, ihren Sehnsüchten, Empfindungen, Schwächen. Wahlweise mit Bleistift, Feder oder Kugelschreiber erschafft er dabei Werke die unverschähmt, ironisch, manchmal aber auchrührend, romatisch, anzüglich und bösartig wirken können. Dabei arbeitet der Künstler ohne Skizzen oder Vorarbeiten.

Schuhe und Jazz
Noßmann bringt die Bilder aus seinem Kopf frei auf das Papier. Die Bilder entwickeln sich noch während des Entstehungsprozesses. Die in Bocholt ausgestellten Werke befassen sich mit den Themen Venedig, Jazz, den sieben Todsünden, Schuhen, Kneipen, Bars und Hinterzimmern und der Literaturfamilie Mann.
„Die Motive sollen den Betrachter zum Schmunzeln oder sogar befreitem Lachen Lachem anregen“, sagte Hermann Göring während der Eröffnung. Zum schmunzeln ist einem tatsächlich zumute, wenn spärlich bekleidete oder nackte Damen seriös anmutende Herren umgarnen und ihnen beim Anbahnen des Liebesaktes jegliche Seriosität nehmen.

Oder wenn ein Schuh die Form eines weiblichen Torsos annimmt und die Korsage gleichzeitig zum schnüren des Schuhes dient. Doch egal welches Motiv Noßmann auch zu Papier bringt, es gelingt ihm jedes Mal mit einer Brilianz, die bewundernswert ist. In seinen Bildern gibt es immer wieder etwas neues zu entdecken. Davon können sich Ausstellungsbesucher noch bis zum 30. Januar überzeugen.

Daisy" hielt den Künstler ab„Daisy“ hielt den Künstler ab
Ausstellungseröffnung ohne Andreas Noßmann

Hätte die 24-jährige Rechtsanwaltsgehilfin Daisy aus Dresden gewusst, was sie da zu ihrem 24. Geburtstag geschenkt bekommt, hätte sie sicher dankend abgelehnt. Das nach ihr benannte Tief verhinderte jetzt auch, dass Andreas Noßmann zu Eröffnung seiner Ausstellung in die Galerie No. 23 kam. „Herr Noßmann rief mich bereits heute Vormittag an, um abzusagen“, erklärte Kunsthändler Hermann Göring. Die Autobahnen um Köln hätten es nicht zugelassen. Auch Kunstfreunde aus ganz Deutschland mussten absagen.

Dennoch kamen über 50 Kunstliebhaber zur Eröffnung, um die 64 Exponate des 47-jährigen Künstlers anzuchauen. „Die Schwerpunkte der Ausstellung bilden die Themen Jazz, die sieben Todsünden, Charlies Schuh, Bars, die Familie Mann sowie Venedig“, erklärt Göring in seiner Eröffnungsrede. Bereits seit 20 Jahren handelt Göring mit den Bildern Noßmanns. Ein Glücksgriff. Rund 200 Ausstellungen hat Göring in seiner Zeit als Kunsthändler organisiert. „Alleine für dieses Jahr hatte ich knapp 50 Anfragen“ sagt er.

Die Ausstellung an der Wesemannstraße 23 läuft noch bis zum 30. Januar. Eine gute Nachricht gab es dann noch: „Am 23. Januar um 16 Uhr wird Andreas Noßmann – sofern das Wetter mit spielt – die Ausstellung besuchen und für Fragen aller Art zur Verfügung stehen“, so Göring.

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