
Die Bergische Kunstgenossenschaft e. V. Wuppertal zeigt bis zum 29. Februar im Foyer des Theaters eine Ausstellung mit Malerei, Grafik und Plastiken. Viele der hier präsentierten Künstlerinnen und Künstler sind aus Solinger Kunstkreisen bekannt. Neben dem Solinger Maler Werner Brattig, der Aquarelle aus seinem mehrteiligen „Ukuleia“-Zyklus zeigt, ist auch Johannes Birkhölzer vertreten, der ein großes vierteiliges Acrylbild mit dem Titel „Baustufe“ zeigt. Hier ist im gewohnten Birkhölzer‑Stil der Bau der Wuppertaler künstlerisch umgesetzt.
Inge Hagedorn stellt Zeichnungen aus, die wie von Musik inspirierte Choreographie‑Skizzen wirken. Selten zu sehen ist die in Europa etablierte Pattern‑Art. Doris Rattke zeigt ein farbiges, collagenhaft zusammengesetztes Stoffbild.
Sehr sparsam arbeitet Wilhelm Maulshagen mit Stift auf Papier. In seinen Bleistiftzeichnungen reichen ein, zwei genau gesetzte Linien, um die Umrisse von Torso oder Landschaft zu erfassen. Das durchweg gute Niveau der Ausstellung wird besonders durch zwei Künstler unterstrichen, die der Betrachter leicht zuordnen kann. In leuchtenden Farben und großem Format präsentieren sich die Arbeiten von Ivo Sohn. Hier zählt nicht das Malerische, sondern die Wirkung der reinen Farben, die geometrisch klar abgegrenzte Zonen bilden.
Dagegen verbindet Andreas Noßmann in seinen zwei Ölbildern „Circus Maximus I + II“ Stilelemente von Dali und Bacon mit neueren Strömungen der expressiven Malerei, die sich verstärkt dem Thema „Mensch als geschundene Kreatur“ zuwendet. In diesen Bildern verbindet sich wirklich einmal Gefühl und Härte.
Bei den wenigen Plastiken in der Ausstellung des Vereins der Bergischen Kunstgenossenschaft wissen dagegen nur die klassischen Menschendarstellungen in Bronze von Professor Max Kratz zu gefallen, die jedoch dicht gedrängt in einer Vitrine nicht gerade vorteilhaft präsentiert sind.
Wuppertaler Zeitung, 13.02.1988

