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Der NFT Beschiss

Ich weiß nicht, wie bekannt diese Betrugsmasche bereits ist. Mich erreicht sie jedenfalls immer wieder – in Form dubioser E-Mails, mal vereinzelt, in letzter Zeit jedoch auffallend häufig. Und die Zahl nimmt zu.

Der Inhalt ist stets ähnlich: Ein angeblich überaus interessierter Käufer möchte Werke von mir als sogenannte NFTs erwerben. Ein NFT (Non-Fungible Token) ist ein digitaler Eigentumsnachweis, der auf einer Blockchain gespeichert wird. Anders als Kryptowährungen wie Bitcoin, die untereinander austauschbar („fungibel“) sind, ist ein NFT einzigartig und nicht ersetzbar.

Brauche ich das? Ich: NEIN!
Braucht das jemand? Ich glaube: EBENFALLS NEIN!
Gibt man dafür Geld aus? Offenbar ja – und genau deshalb wittern auch kriminelle Hohlbirnen ihre Chance. Sie hoffen, noch Unwissende zu erwischen, die sich schröpfen lassen.

Doch wie funktioniert diese Masche?
Alles beginnt mit einer E-Mail, einer privaten Nachricht auf Facebook oder Instagram – wie zum Beispiel dieser hier:

Diese Mail ist nur ein Beispiel von recht vielen, in dieser Woche.

Und somit: Diese E-Mail ist Teil einer bekannten NFT-Betrugsmasche, die gezielt Künstler:innen anspricht, um sie in eine gefälschte Transaktion zu verwickeln.

🕵️‍♂️ So funktioniert der Betrug im Detail

Die Masche nutzt meist den Namen einer bekannten real existieren Person, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Doch die Absenderadresse (@gmail.com) und der Link (linkin.bio/heinbloed) sind nicht offiziell und dienen als Köder. Hier sind die typischen Schritte:

  • Schmeichelnde Kontaktaufnahme: Die Nachricht lobt dein Werk und suggeriert echtes Interesse an einer NFT-Transaktion. Das Ziel ist, Vertrauen aufzubauen.
  • Vorgeschobene NFT-Kollaboration: Der angebliche Käufer möchte dein Werk als NFT erwerben – ein Trendthema, das viele Künstler:innen neugierig macht.
  • Folgende Schritte führen in die Falle:
    • Du wirst gebeten, ein Konto auf einer unbekannten NFT-Plattform zu erstellen.
    • Du sollst eine Wallet verbinden oder Kryptowährung überweisen, um „Transaktionsgebühren“ oder „Verifizierungen“ zu bezahlen.
    • In manchen Fällen wird ein „Smart Contract“ geschickt, der beim Öffnen deine Wallet kompromittiert.
  • Ein echter Verkauf findet N I C H T statt: Stattdessen verlierst du Geld oder Zugang zu deiner Wallet.

🚩 Woran du den Betrug erkennst

  • Freemail-Adresse statt offizieller Domain (z. B. @gmail.com statt @nossmann.com).
  • Ungewöhnliche Links wie „linkin.bio“, die zu Social-Media-Profilen oder Landingpages führen.
  • Kein konkreter NFT-Marktplatz wird genannt (z. B. OpenSea, Rarible).
  • Druck zur schnellen Reaktion oder vage Andeutungen von „Authentizitätswahrung“.
  • Keine rechtlich saubere Vertragsbasis oder klare Lizenzvereinbarung.

🛡️ Was du tun kannst

  • Ignorieren und löschen: Antworte nicht, klicke keine Links.
  • Spam melden: Markiere die Mail als Phishing in deinem Mailprogramm.
  • Andere warnen: Teile die Info mit Kolleg:innen oder in Künstlerforen.
  • Optional: Du kannst die Adresse bei Google melden oder bei Phishing-Datenbanken wie PhishTank.

🔍 Hintergrund zu NFT-Betrug

NFT-Scams sind seit 2021 stark verbreitet. Sie nutzen die Unsicherheit rund um Blockchain-Technologie und die Hoffnung auf neue Einnahmequellen aus. Besonders betroffen sind Künstler:innen, die online sichtbar sind und deren Werke sich leicht digitalisieren lassen.

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