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Hundert Jahre Einsamkeit

Hundert Jahre EinsamkeitDieses unglaublich schöne Buch von Gabriel Garciá Márquez, welches ich schon zweimal gelesen habe (letztmalig 2004) und nun erneut meine Neugier erweckt hat, ist wirklich schwer zu beschreiben, geschweige denn halbwegs sinnig zu rezensieren.  

Hundert Jahre Einsamkeit beschreibt die gut 100jährige Geschichte vom Aufstieg und Fall der Familie Buendiá.

Allerdings sollte man hier natürlich nicht die vordergründig nüchterne hanseatische Contenance in Sachen Familienangelegeheiten erwarten, wie sie zum Beispiel im Familien Epos Die Buddenbrooks, von Thomas Mann, so vortrefflich umschrieben wurde.

Die so kleine Welt der Buendiá  ist deutlich ärmlicher – ja Armseelig,  von gänzlich derberer Natur, aber alles andere als weltfremd und somit immer aufgeschlossen gegenüber Neuem, dennoch aber auch immer wieder beseelt von der Mystik des Unerklärlichem – dem vermeintlich Phantastischem.

Da José Arcadio Buendía und seine Frau Ursula immer wieder von dem Geist eines Ermordeten heimgesucht werden, beschließt man eine Flucht in das gänzlich Unbekannte – in die Weiten  des kolumbianischen Urwalds.

Hier, irgendwo im Nirgendwo, errichten beide ihr neues Heim. Anfangs eine nur eher mehr als ärmliche Hütte. Fernab jedweder Zivilisation, legen sie dennoch damit auch ungewollt den Grundstein für das Dorf Macondo.

Das spätere, florierende Dorf, immer noch gänzlich von der Außenwelt, durch zahlreiche Sümpfe und einem undendlich scheinendem Urwald,  abgeschnitten, entwickelt sich dennoch zunehmend zu einem Schauplatz einer Welt, in der sich die geschichtlichen Entwicklungen Lateinamerikas, Träume, Alpträume und Entdeckungen der Menschen auf faszinierende und unterhaltsame Weise,  in einer Art Mikrokosmos, sich noch einmal zu wiederholen scheinen.

Das Buch erzählt vom Leben und Sterben einer Familie, von Abenteuerlust, von Erfindungsgabe, Triumphen und Niederlagen. Es ist ein mehr als bildgewaltiges Familienschicksal, voller lebhafter Anekdoten, in denen das Phantastische mit dem Realen sowie das Mystische mit dem allzu harten Alltag des jeweils Einzelnen verschmelzen.  Eine Familie im Würgegriff von Verloren– und Einsamkeit, welcher, durch den Autor selber, ein schriftstellerisch unvergessliches Ende beschert wird.

Und mehr wird auch nicht verraten …

Das Buch erschien erstmalig 1967 und wurde 1982 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Weder ein Hermann Hesse, noch ein Thomas Mann würden dieser verspäteten Ehrung wiedersprechen wollen!

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