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Im Land der Zitronen und Pomeranzen

So beschrieb einst Heinz Erhardt das damalige Lieblingsurlaubsziel der Deutschen – das sonnige Italien. Vermutlich als Anspielung darauf, das der Begriff Pomeranze im Sprachgebrauch mittlerweile auch zur Beschreibung eines bestimmten Typus Frau verwendet wurde. Dabei beschrieb dieser ursprünglich tatsächlich eine Südfrucht, die sogenannte Bitterorange, welche schon von Goethe in dem Gedicht: „An seine Spröde“ verewigt wurde:

Siebst du die Pomeranze?
Noch hängt sie an dem Baume;
Schon ist der März verflossen,
Und neue Blüten kommen.
Ich trete zu dem Baume
Und sage: „Pomeranze,
Du reife Pomeranze,
Du süße Pomeranze,
Ich schüttle, fühl, ich schüttle,
O fall‘ in meinen Schoß!“

J. W. von Goethe

Ob es nun Goethes Gedicht zu verdanken ist, oder was auch immer, der Begriff Landpomeranze kam plötzlich auf. Er gilt als studentische Wortschöpfung aus Süddeutschland in der Biedermeierzeit, als Bezeichnung für junge Mädchen vom Land, die unbedarft waren und deren Wangen die frische, rötlich leuchtende Farbe von Pomeranzen hatten. Später wurde die Verwendung des Begriffs ausgeweitet auf eine Frau mit ungewandtem Benehmen und ohne Kenntnis von Anstandsregeln.

Federzeichnung, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5177
Format: 210 x 270 mm
September 2019
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