

Der Ennepetaler stellt in Heimatstadt aus
Ennepetal. (tob) Eine bemerkenswerte Ausstellung der Kunstinteressierten der Kluterstadt seit Samstag im Haus Ennepetal geboten wird, ist die große Ausstellung des Ennepetaler Künstlers Andreas Noßmann. Der 28-jährige Künstler, jüngstes Mitglied der Bergischen Kunstgemeinschaft, zeigt einen Zyklus von Zeichnungen nach dem spanischen Maler Francisco José Goya.
Die Eröffnung der Veranstaltung erfolgte durch Gerd Schütte, Essener Galerist, der Noßmanns Arbeiten schon seit Jahren ausstellt. Bürgermeister August Born sprach einige Worte des Dankes und der Anerkennung für den Künstler, der sich in seiner Heimatstadt erstmals mit einer größeren Ausstellung präsentiert.
Schütte betonte in seiner Rede, dass Noßmanns Arbeiten keiner verbalen Erklärung bedürften. Der Künstler habe sich mit Goya auseinandergesetzt, ohne ihn zu kopieren. Noßmann „erfindet“ Goya neu, indem er dessen Themen und Motive in die Gegenwart überträgt.
Noßmanns Zeichnungen, die mit Feder, Bleistift und Aquarell ausgeführt sind, zeigen keine Nachahmung, sondern eigenständige Interpretationen. Themen wie Hexendarstellungen, Kriegsszenen, Stillleben und psychologische Selbstporträts werden von ihm mit großer Intensität und künstlerischer Qualität umgesetzt.
Der Künstler greift dabei auf die Ausdruckskraft des spanischen Meisters zurück, ohne dessen Stil zu imitieren. Seine Arbeiten sind geprägt von einer Mischung aus technischer Präzision und emotionaler Tiefe, die den Betrachter unmittelbar anspricht.
Gerd Schütte (rechts) hielt die Rede zur Eröffnung der Ausstellung von Andreas Noßmann (links). Auch Bürgermeister Born sprach einige Worte. WP-Foto: Richter
(Westfalenpost – 15.01.1990)
