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Klaus Mann – Freitod des Begabtesten

Klaus Mann (1906-1949) ist einer meiner Lieblingsschriftsteller. Deshalb wird es auch „2“ Blogs zu ihm geben. Denn einer alleine würde zu lang werden und einkürzen möchte ich nur ungern.

Klaus Mann

Eissi, wie man ihn in der Familie nannte (wie alle anderen auch, hatte auch er einen Familien internen Spitznamen), war das zweitgeborene Kind, der erste Sohn des Literaturnobelpreisträger Thomas Mann und seiner Frau Katia.
Zu seiner älteren Schwester Erika, der erstgeborenen Eri, hatte er ein überaus herzliches, inniges, zu seiner Mutter ein recht vertrauensvolles und zu seinen anderen vier Geschwistern ein stets freundliches Verhältnis.

Verständlicherweise war seine Beziehung zum Übervater von recht ambivalenter Natur. Zum einen fühlte er sich von dessen Ruhm hinsichtlich seiner eigenen schriftstellerischen Ambitionen in erdrückender Weise beeinträchtigt, zum anderen aber wusste er natürlich auch ganz genau, dass sich durch dessen klangvollen Familiennamen alleine ihm sich schneller Tor und Türen öffnen würden. Heute zählt Klaus Mann zu den wichtigsten Repräsentanten der deutschsprachigen Exilliteratur nach 1933.

Klaus Mann (1924)

Klaus Mann lebte seine Homosexualität stets offen aus, wie auch seine Schwester Erika ihre Bisexualität, vom Vater ignoriert und unkommentiert, verfiel er aber leider auch recht schnell der Morphiumsucht die ihn zunehmend vereinnahmte und tiefer gehende Beziehungen immer mehr erschwerten. Geplagt von dem Gefühl stetiger Einsamkeit, gepaart mit einer immer latent vorhandenen Todessehnsucht und der Unmöglichkeit sich im Nachkriegsdeutschland wieder heimisch zu fühlen, anerkannt und akzeptiert zu werden, nahm sich Klaus Mann 1949 das Leben.

Wie viel sein Vater Thomas Mann von seinem Sohn Klaus eigentlich hielt, durchaus großen Respekt vor dessen schriftstellerischen Leistung hatte, die er ihm nie zu Lebzeiten hatte deutlich machen können, zeigt folgendes Zitat des großen Nobelpreisträgers zum Freitod seines erstgeborenen Sohnes:

Wie viele Raschheiten und Leichtigkeiten seinem Werk abträglich sein mögen, ich glaube ernstlich, daß er zu den Begabtesten seiner Generation gehörte, vielleicht der Allerbegabteste war

Thomas Mann (1875-1955)

Der Tod wurde von Klaus Mann in privaten Aufzeichnungen und in seiner Arbeit immer wieder ästhetisiert und zugleich glorifiziert. Reich-Ranicki führte dies auf persönliche Umstände zurück, denn „[er] war homosexuell. Er war süchtig. Er war der Sohn Thomas Manns. Also war er dreifach geschlagen.“

Der jüngere Bruder Golo Mann beschreibt den Freitod Eissis in seinen Erinnerungen an meinen Bruder Klaus dagegen etwas differenzierter und wie ich finde mehr als treffend:

Eine Reihe heterogener Ursachen, Kummer über Politik und Gesellschaft, Geldnot, Mangel an Echo, Drogenmissbrauch addieren sich, aber summieren sich nicht zu dem Ganzen, welches hier der Tod war. Die Neigung zum Tod war in ihm gewesen von Anfang an, er hatte nie alt werden können oder wollen, er war am Ende; günstigere Bedingungen im Moment hätten sein Leben verlängert, jedoch nur um ein geringes Stück. Damit wird nichts erklärt, nur etwas festgestellt.

Golo Mann (1909-1994)

Zur Literatur von Klaus Mann, vor allem zu seinem Mephisto, dann später …

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