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Liebe zur Musik und zur bildenden Kunst

Münster. Themen aus dem Bereich der Musik wie „Philharmonie“, „Amadeus“ und „Paganini“ greifen die Aquarelle und Radierungen von Andreas Noßmann auf. Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag im Atelier Jörg Simon, Antoniusstraße, gab der Künstler bereitwillig Auskunft zu seinen Bildern.

Den Zyklus „Amadeus“ bezeichnete er als seine subjektive Interpretation dessen, was Wolfgang Amadeus Mozart an äußerem Leben gebraucht habe, um seine geniale Musik zu schaffen. Die Bilder, besonders aus dem Zyklus‑Teil „Requiem“, zeigen keinesfalls Harmonie und Schönheit, sondern sind geprägt von Aggression, Sexualität und Tod.

Die Personifizierung der Syphilis – Mozart soll an dieser Krankheit gestorben sein – die dem musikalischen Genie den berauschenden Wein einflößt, soll zeigen, so Noßmann, dass es in Mozarts Leben eine Entsprechung von innerem und äußerem orgiastischen Leben gegeben habe. Das normalerweise Unterbetonte werde hervorgehoben, um vorhandene Dissonanzen zur Anschauung zu bringen.

Der Gesamtzyklus „Amadeus“ beschäftigt sich mit der Konfrontation des göttlichen Schaffens und dem ausschweifenden Leben; der kreative Schaffensakt findet im sexuellen Akt seine Entsprechung.

Hinter seiner Malerei, die Andreas Noßmann erst seit 1986 professionell betreibt, steht eine starke Liebe zur Musik und ein intensives Studium der klassischen Komponisten. 1962 in Hildesheim geboren, studierte Noßmann seit 1983 an der Gesamthochschule Wuppertal Kommunikationsdesign und Illustration. Heute lebt und arbeitet er in Ennepetal.

Seine erste Ausstellung zeigte er bereits im Frühjahr 1987 in Lüdinghausen. Danach folgten Präsentationen in Wuppertal, Dinslaken, Bocholt, Essen, Braunschweig, Bochum und Münster.

Seinen Erfolg verdankt Andreas Noßmann seiner hartnäckigen Arbeitswut: Nach eigenen Angaben ist er durchaus in der Lage, bis zu sechzig Bilder innerhalb eines Monats anzufertigen. Auf die Frage nach anderen Interessen neben der Malerei antwortet er schlicht: „Musik.“

(Münsterische Zeitung – ??.01.1989)