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Persephone – die entführte Sehnsucht


Es herrscht erneut Unruhe auf dem Olymp.
Hades, von unsterblicher Liebe ergriffen, hat Persephone bei ihrem Anblick entführt und in den Tartaros, sein Reich der Toten, verschleppt – nicht ahnend, dass die junge Frau die Tochter seines Bruders Zeus, des allmächtigen Herrschers des Olymps, und dessen Schwester Demeter, der Göttin der Fruchtbarkeit und der Landwirtschaft, ist.

Die Krise spitzt sich dramatisch zu.
Demeter versinkt in tiefer Trauer und vernachlässigt ihre göttliche Aufgabe. Die Felder verdorren, die Ernten bleiben aus, und die Menschen auf der Erde drohen zu verhungern. Doch ohne Menschen verlieren auch die Götter ihren Sinn und ihre Daseinsberechtigung. Zeus muss eingreifen.

Er fordert Hades auf, Persephone zu ihrer Mutter zurückzubringen. Doch Hades argumentiert geschickt:
Sein jüngerer Bruder Zeus habe den Himmel und die Erde erhalten, der Bruder Poseidon die Meere und all ihre Tiefen – nur er selbst, der Älteste, müsse im finstersten Abgrund herrschen und über die Toten wachen. Für diese Ungleichheit stehe ihm ein Ausgleich zu.

Zeus steckt in der Klemme.
Nach endlosen Diskussionen wird ein Kompromiss gefunden:
Persephone soll ein halbes Jahr in der Unterwelt bei Hades verbringen. Diese Zeit markiert Herbst und Winter – jene Monate, in denen auf der Erde nichts wächst, weil Demeter trauert. Die andere Hälfte des Jahres kehrt Persephone zu ihrer Mutter zurück. Mit ihr erwachen Frühling und Sommer, die Zeit des Säens und Erntens. Ein ewiger Kreislauf entsteht.

Und trotz der gewaltsamen Entführung werden Hades und Persephone schließlich ein harmonisches, liebendes Paar, das mit Weitsicht und Gerechtigkeit über die Unterwelt herrscht – vermutlich bis heute.


Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5476
Format: 300 x 200 mm
März 2026

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