Geistesverwandschaft mit Goya

Zeichnungen von Andreas Noßmann in der Galerie Schlieper

Zeichnungen von Andreas Noßmann in der Galerie Schliepereri/WZ Neustadtgödens. Die AusteIlungsreihe 1992 in der Galerie Schlieper (ehemalig Synagoge von Neustadtgödens) eröffnet die Galeristin Ulrike Schlieper am Sonntag mit dem Maler und Graphiker Andreas Noßmann (30)aus Ennepetal.

Etwa hundert seiner Zeichnungen und Radierungen werden dem Publikum hier bis zum 15. März vorgestellt. Mit Erfolg hatte Noßmann schon 1990 in der Galerie Schlieper ausgestellt,. so daß eine „Neuverpflichtung“ bereits vorprogrammiert war. Zur Vernissage hielt der Leeraner Kunsterzieher, Oberstudienrat Heiko Jörn den Einführungsvortrag.

Er stellte dabei eine Geistesverwandtschaft zwi¬schen Goya und Noßmann heraus. Andreas Noßmanns Gestalten, die sich manchmal mit denen Goyas verbänden, seien groteske und clowneske Figuren, die nicht aus Verachtung, Verzweiflung, aus schwerer Enttäuschung den Menschen und seine Verhältnisse persiflieren, es seien künstlich angezettelte, Humoreske und pittoreske Farbfuchsereien, launisch, lustvoll und lüstern den sogenannten homo sapiens“ belauernd, führte Heiko Jörn aus.

Noßmann zeige das Lächerliche, das Absonderliche menschlicher Verhaltensweisen. So lasse sich sagen, dass seine mit subtiler Energie geladenen Zeichnungen mehr sind, als die bloße Virtuosität von Stift, Feder und Pinsel. Dieses „Mehr““sei der Balanceakt, den. der .Künstler mit seinen absurden Figuren veranstalte, die er beobachtet, als seien, sie wahr und dann doch nur erfundene Gestalten für uns selbst, erläuterte der Vortragende.

Und schließlich bezeichnete Heiko Jörn den ausstellenden Künstler als einen, der sich selbst beauftragte, seine Welt zu illustrieren: „Wir sehen eine Wirklichkeit, die bei allen subjektiven Zügen und Leihgaben unserer Welt verwandt zu sein „scheint.“ Galeristin Ulrike Schlieper Und das Publikum der Vernissage mussten auf die Anwesenheit des: Ausstellenden Künstlers verzichten. Ungeachtet dessen ergaben sich beim erlebnisreichen ersten Rundgang interessante Gespräche. Die Ausstellung ist zu besichtigen mitt¬wochs, „samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung.

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