






Als Freund der Literatur Stefan Zweigs kommt man an seinem bekanntesten Werk, der Schachnovelle, kaum vorbei. Bereits 2021 habe ich versucht, meinen persönlichen Eindruck dieses Romans in einer Zeichnung festzuhalten und zugleich die Bedeutung Stefan Zweigs in einem Blogbeitrag zusammenzufassen. Wer möchte, kann diesen gerne noch einmal nachlesen.
Die Zeichnung von 2021 lässt sich wohl als surreale Interpretation des Dr. B. verstehen: fast seiner Sinne beraubt, in eine Ecke gedrängt, hockt er dort und sieht seine viel zu kleine Welt nur noch als ein einziges Schachbrett, auf dem die Figuren ein Eigenleben entwickeln.
Die neue Version hingegen orientiert sich inhaltlich deutlich stärker am Buch und wirkt dadurch realistischer. Das karierte Betttuch seines Bettes wird zum Schachbrett, die aus Brotresten geformten Figuren, zu seinen Spielfiguren. Aufmerksame Betrachter werden bemerken, dass sich der Kopf, genauer gesagt die Frisur des Dr. B., im Verlauf der Arbeit mehrfach verändert hat – und dass auch das Bett, das mir plötzlich viel zu schmal erschien, kurz vor der Fertigstellung noch einmal erheblich verbreitert werden musste. Ärgerlich, aber nicht zu vermeiden.
In der Farbgebung habe ich mich im Vergleich zur reinen Schwarz-Weiß-Zeichnung von 2021 zumindest ein wenig geöffnet, um das spärliche Licht der einzigen Lampe im Raum zu betonen. So – oder so ähnlich – stellt sich mir diese Szene dar.

Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5466
Format: 300 x 300 mm
Januar 2026

Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5268
Format: 500 x 350 mm
Juli 2021
Views: 11
