Auch diese große Zeichnung entstand mal wieder im Rahmen einer „Vorführaktion“, in einem meiner Portrait Seminare – dieses mal in Kleinich, im Landhaus Arnoth.
Golda Meir war eine der ungewöhnlichsten politischen Figuren des 20. Jahrhunderts: eine Frau mit der Ausstrahlung einer warmherzigen Großmutter, die zugleich als kompromisslose Staatsfrau auftrat. 1898 in Kiew geboren und in Milwaukee aufgewachsen, brachte sie eine Mischung aus amerikanischem Pragmatismus und osteuropäischer Entschlossenheit nach Palästina, wo sie zu einer der prägenden Stimmen des jungen Staates Israel wurde.
Als Premierministerin (1969–1974) führte sie das Land durch eine Zeit existenzieller Bedrohungen. Ihre direkte, fast schon schneidende Art machte sie international berühmt — und im eigenen Land nicht selten umstritten. Doch selbst ihre Kritiker erkannten in ihr eine Persönlichkeit, die Verantwortung nicht scheute.
Golda Meir blieb bis zuletzt eine Frau, die lieber handelte als posierte. Sie sagte einmal, sie sei „eine Lehrerin, die Premierministerin wurde“ — und vielleicht erklärt gerade dieser Satz, warum sie bis heute fasziniert: Sie verband politische Härte mit einer zutiefst menschlichen, beinahe alltäglichen Klarheit.

Bleistift, Farbstift, Ölpastell
Wvz. 5474
Format: 594 x 841 mm
März 2026
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