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J.R.R. Tolkien

Schon mit dem eher für Kinder ausgelegten Buch Der Hobbit deutet sich Tolkiens Wunschtraum nach einer neuen großen, in einer parallelen mittelalterlichen Welt angesiedelten Mythologie an. Schon hier gibt es Verweise auf die Elbenstadt Gondolin, die zu dieser Zeit bereits Teil seiner späteren, kommenden, im Ersten Zeitalter angesiedelten Sagenwelt sein wird, die Gestalt des Nekromanten, allen bekannt als Sauron und natürlich den Ring, den Einen, der alle zu knechten vermag.

Ermuntert durch den kommerziellen Erfolg des Hobbits drängte der Verlag ihn zu einer weiterführenden Geschichte – der Startschuss für einen wahren Epos, einer wirklich neuen Sagenwelt, die den Grundstein des heutigen modernen Fantasy Genres bildet. Knapp zwanzig Jahre dauerten die Arbeiten am Epos Herr der Ringe, bedingt durch immer wieder auftretende Verzögerungen, die zu einem dem Perfektionismus Tolkiens geschuldet waren nun hier sein ernsthaftes, mythologisches Werk vorzulegen, zum anderen aber durch die endlosen Streitereien mit dem Verlag, mit ständigem Betteln um Einkürzungen, die er stets kategorisch ablehnte. Als das Epos dann 1954 endlich erschien, war eine neue, komplette Sagenwelt geboren: Mittelerde, bevölkert von Fabelwesen wie Hobbits, Elben, Zwergen, Orks, Trollen, mit jeweils eigener Sprache und Eigenheiten, die sie zwangläufig entweder auf Seiten des Guten verbleiben oder aber in die Fänge der dunklen Macht Saurons treiben lässt. Und das Volk der Menschen – schwach und stark zugleich, leicht zu verführen, da vor allem immer nur nach einem strebend: Macht. Ist einem ja nicht neu …

Und nicht zu vergessen: Natürlich nimmt hier das Schicksal Smaegols einen ganz besonderen Platz in der gesamten epischen Geschichte ein, der durch die unsägliche Macht des einen Rings, zu Gollum verdammt wird.

Es gibt schon so viele sinnige Interpretationen zu Herr der Ringe, dass ich diese jetzt hier nicht weiter erörtern muss. Somit zum Schluss vielleicht mal wieder weniger bekannte Randnotizen: Tolkien plante Herr der Ringe in sechs Teilen zu veröffentlichen. Der Verlag gliederte seinen Epos aber, gegen seinen Willen, in nur drei Teile auf, mit den noch heute bekannten Titeln: Die Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs. Der Grund hierfür war lediglich der nach dem zweiten Weltkrieg in England extrem angestiegene Preis für Papier. Sechs Teilveröffentlichungen wären ganz einfach zu teuer gewesen. Deshalb mochte Tolkien den Begriff Triologie für sein Werk auch nie akzeptieren.

Noch unschöner für Tolkien war das sich anschließende Thema Taschenbuch: 1964 fragte der amerikanische Verleger Donald A. Wollheim von Ace Books nach der Erlaubnis, Herr der Ringe als Taschenbuch in den Vereinigten Staaten zu veröffentlichen. Er lehnte diese Anfrage brüsk ab, mit der Begründung, sein Werk in einer solch einer degenerierten Version nicht veröffentlicht sehen zu wollen. Angesicht solch schroffer Absage zeigte sich der Verleger äußerst beleidigt, fand Lücken im damals noch nebulösem Urheberrecht und veröffentlichte Tolkiens Werk unautorisiert in einer Form, welche dann einen wahren Siegeszug um die Welt antrat und Herr der Ringe zum eigentlichen, weltweitem Kultstatus verhalf.

Nach all dem beschäftigte sich Tolkien, bis zu seinem Tod, mit der kosmogonischen und mythologischen Vorgeschichte zu seinen großen Romanen Der Hobbit und Herr der Ringe. Diese wurden von seinen Sohn posthum überarbeitet, weiter ausgearbeitet und 1977, als „Das Silmarillion“ Tolkiens, veröffentlicht. Wer also z.B. wissen will, woher sich die Elbensprachen Quenya oder das Sindarin ableiten lassen oder z.B. die Stadt Bree, die Brandyweinbrücke genau in Mittelerde liegen, findet dort ausreichend Erklärung.

„Utúlie’n aurë! Aiya Eldalië ar Atanatári, utúlie’n aurë!“ – ‘Der Tag ist gekommen! Sehet, ihr Völker der Eldar und Väter der Menschen, der Tag ist gekommen!’

J.R.R. Tolkien. Das Silmarillion. „Von der Fünften Schlacht: Nirnaeth Arnoediad“

Federzeichnung, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5201
Format: 330 x 210 mm
Januar 2020
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